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Der alltägliche Wahnsinn in Worten und Bildern - Weblog auf sven-friedrich.com

15.1.06

Viele Wege zum neuen Job

Ein Institut der Bundesagentur für Arbeit hat untersucht, auf welche Weise Firmen bevorzugt nach neuen Mitarbeitern gesucht haben und wie erfolgreich die beschrittenen Suchwege gewesen sind.

Es sind nicht die großen Firmen und Konzerne, die bevorzugt Mitarbeiter einstellen: Mehr als die Hälfte der offenen Stellen wurde Ende letzten Jahres von Betrieben mit weniger als 50 Beschäftigten angeboten, allein 30 Prozent von kleinen Betrieben mit bis zu 10 Mitarbeitern. Bei Facharbeitern und qualifizierten Angestellten oder Beamten hat sich die Zahl der Vakanzen weiter verringert. An- und ungelernte Arbeiter sowie einfache Angestellte hingegen wurden häufiger gesucht - ein Umstand, der sogar das Nürnberger Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung der Bundesagentur für Arbeit (IAB) überrascht hat, das die Studie in ihrem Kurzbericht 6/05 veröffentlicht hat.

In Westdeutschland suchte im vierten Quartal 2004 etwa jeder achte Betrieb Personal, in Ostdeutschland stellte im selben Zeitraum aber nur jeder zehnte Betrieb ein. Das gesamte Stellenangebot sank hier auf 132 000 ab - den niedrigsten Stand seit Beginn dieser Erhebung im Jahr 1992. Bundesweit hat sich die Zahl der freien Stellen binnen Jahresfrist um 10 Prozent auf 790 000 reduziert. 2003 war sie bereits um rund 180 000 gesunken. Freie Stellen blieben im Westen durchschnittlich 19 Tage, im Osten 11 Tage vakant, kürzer als die Jahre zuvor. Die sinkende Vakanzrate - das Verhältnis zwischen Vakanzen und aktuell Beschäftigten - hat seit dem Jahr 2000 bundesweit von 2,5 Prozent auf 1,2 Prozent im Jahr 2004 abgenommen und liegt damit fast auf dem Tiefstand des Rezessionsjahres 1993 (1,1 Prozent). Die Vakanzraten im Akademikerbereich liegen mit 2,0 Prozent am höchsten. Im Westen erforderte etwa jede vierte, im Osten jede fünfte freie Stelle einen Hochschulabschluss.

Die Betriebe und Verwaltungen nutzen zur Suche nach Mitarbeitern im Allgemeinen mehrere Möglichkeiten zugleich. Rückläufig zeigte sich die Suche über eigene Inserate (36 Prozent) - das IAB vermutet, dass dies aus Kostengründen der Fall ist - sowie über interne Ausschreibungen (19 Prozent). Bemerkenswert ist der hohe Anteil der Bewerbersuche über Hinweise eigener Mitarbeiter und persönliche Kontakte (42 Prozent). Initiativbewerbungen Arbeitssuchender werteten 28 Prozent der Firmen aus. Mit Hilfe von Stellenangeboten im Internet fahndeten 34 Prozent nach Bewerbern. Von geringer Bedeutung blieben mit jeweils fünf Prozent nach wie vor der Rückgriff auf Inserate Arbeitsuchender und private Arbeitsvermittlung, die sogar etwas an Boden verlor. Auf Aushänge am Firmeneingang baute nur ein Prozent der Betriebe.

Das IAB hat weiter gefragt, wie hoch die Erfolgsquote für die Firmen bei den jeweiligen Suchwegen ausgefallen ist. Berücksichtigten sie Initiativbewerbungen, dann wählten sie den neuen Mitarbeiter aus diesem Fundus mit einer Erfolgsquote von 64 Prozent, durch Mitarbeiter und persönliche Kontakte von 68 Prozent. Der direkte Kontakt zur Bundesagentur zeigte eine Erfolgsquote von 34, zum Internetservice der Agentur von 33 Prozent. Berücksichtigt man alle Suchwege, konnte die Agentur rechnerisch unter dem Strich mit 46 Prozent punkten. Eigene Inserate der Firmen führten zu 52 Prozent ans Ziel.

Für den Arbeitssuchenden bedeutet dies, dass er ebenfalls mehrere Suchwege beschreiten muss - persönliche Kontakte zur Firma oder zumindest zu einem ihrer Mitarbeiter versprechen den größten Erfolg.

Wer gegenwärtig einen Arbeitsplatz hat, sucht seltener nach einer neuen Beschäftigung, was der bereits lang andauernden schwierigen Arbeitsmarktsituation und der damit verbunden Unsicherheit zugeschrieben werden kann. Darauf deutet auch die Entwicklung der Abgänge aus Beschäftigung hin. So haben Ende 2004 in nur noch 23 Prozent der Betriebe Arbeitnehmer ihr Beschäftigungsverhältnis durch eigene Kündigung beendet. 2003 geschah dies noch in 30 und 2000 sogar in 41 Prozent der Betriebe.

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